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MARKUS HOTZ, HERAUSGEBER INTRO SORGE DICH NICHT – LEBE! … übrigens am Besten in der Schweiz. Denn Schweizer haben im europäischen Vergleich schlicht wenig Sorgen, Deutsche hingegen entdecken gerade wieder die „German Angst“ neu. Ein weltweiter Trend, der bereits in den 80ern von Deutschland aus die ganze Welt eroberte. Die Deutschen haben sich das redlich verdient, denn – so will es die GFK-Studie „Challenges of Nations“ Ende November – haben sie doch im Durchschnitt eine Sorge mehr als etwa die Schweizer. Sie grassiert also, die „German Angst“: während sich im Vorjahr nur 31 Prozent der im November von der GFK Befragten „angsterfüllt“ zeigten, waren es nun schon satte (sic!) 55 Prozent. Die meisten Sorgen werden übrigens in Nigeria genannt (3,6) gefolgt vom Iran (2,9) und schon an dritter Stelle: Deutschland (2,7)! Auch die Schweizer Bevölkerung hat im internationalen Vergleich wenig Sorgen. Der wahrgenommene Problemdruck liegt mit durchschnittlich 1,7 erwähnten Themen im unteren Drittel. Rund um den See ist vor allem die Angst vor Immigration und fehlender Integration vorherrschend. Doch zur Ehrenrettung muss gesagt werden, dass „die geäußerte Besorgnis nicht mit Fremdenfeindlichkeit gleichzusetzen“ ist. Vielmehr ist der Anteil derjenigen in Deutschland, „die eine Bekämpfung der Ausländerfeindlichkeit und eine bessere Integration fordern“, seit 2014 stark gewachsen und macht mittlerweile 10 Prozent aus. Die Anzahl derer, die explizit eine Ab- bzw. Ausweisung von Asylbewerbern fordern, ist dagegen seit Jahren rückläufig: 1992 betrug sie noch 17 Prozent, heute nur noch 9 Prozent. „Wir sind das Volk“ schrumpft also statistisch, entgegen übrigens einer steigenden Medienaufmerksamkeit – „Lügenpresse“ stimmt also doch und zwar statistisch betrachtet im Sinne von „zu viel Aufhebens für die paar Schwachköpfe“! Doch auch die Flucht-Ursachen sind in der Aufmerksamkeitsskala gestiegen und erreichen erstmals seit 15 Jahren wieder die Top 10: Denn „deutlich besorgter“ werten die Deutschen das Thema Friedenssicherung. Hier hat sich der Anteil derer, die das als „dringend im Land zu lösende Aufgabe“ sehen, von 5 auf 11 Prozent mehr als verdoppelt. Gut 29 Prozent der Schweizer und 26 Prozent der Österreicher nennen ebenfalls „Zuwanderung als dringend zu lösende Aufgabe“. Mit einem Anstieg auf 35 Prozent hat sich dagegen die Besorgnis in Deutschland binnen Jahresfrist fast verdreifacht. Obschon erstaunlicherweise Österreich und die Schweiz bezogen auf die Bevölkerung einen höheren Anteil stemmen. Doch im Zuge einer positiveren Sichtweise könnte man es auch so ausdrücken: Die Schweizer haben im internationalen Vergleich mehr Grund zum Lachen als andere. Das gilt übrigens auch für Österreich und Deutschland. Und ganz besonders für diese Drei-Länder- Region hier … DAS MAGAZIN VOM BODENSEE BIS OBERSCHWABEN 84_297_Etoile_AkzentAZ_1-3Seite_Jan16_rz.indd 1 18.12.15 20:51


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