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49 SEECLASSICS CARLE – DIE MONATLICHE OLDTIMER-KOLUMNE WINTER Die kalte Jahreszeit hat schon was für sich. Klar, man kann Ski- und Snowboard fahren oder sich im wahrsten Sinne des Wortes aufs Glatteis begeben. Aber obwohl es sich nicht danach anhört: auch im Winter kann dem Hobby Oldtimerei gefrönt werden. Nach einer schönen, sonnigen Oldtimersaison mit vielen Ausfahrten, Rallyes und Treffen können in der beheizten Garage Arbeiten am automobilen Schätzchen durchgeführt werden: Reparaturarbeiten – „Wunden lecken“ sozusagen –, wenn das Blechkleid im Sommer etwas in Mitleidenschaft gezogen wurde; Verschönerungen, blättert doch am Gehäuse des Scheibenwischermotors schon seit einer Weile der Lack ab; Restaurationsarbeiten eines ganzen Fahrzeugs können fortgeführt oder auch neue Projekte begonnen werden. Die Möglichkeiten, auch im Winter mit dem Oldtimer auf Achse unterwegs zu sein, wachsen von Jahr zu Jahr. „Winterraid“, „Auf Schnee und Eis im Emmental“ oder „Seegefrörne“ sind Namen von Veranstaltungen, die schon beim Lesen weiße Bilder im Kopfkino zeigen. Die Fahrer im offenen Zweisitzer warm eingepackt, das Gesicht vermummt. Die Hinterräder des Oldtimers mit Hanfseilen umwickelt, um am Berg den nötigen Grip zu halten. Die Vorbereitungsmaßnahmen für eine Winterrallye unterscheiden sich ein wenig von der Sommervariante. Nicht nur in der Kleiderwahl sondern auch am Fahrzeug. Sprühöl und Fett sollen den Klassiker und seine beweglichen Teile im Einsatz vor Kälte und wenn nicht vermeidbar vor gesalzenen Straßen schützen. Extra gefertigte Winterreifen sorgen für allzeit guten Halt und helfen nebenbei auch, die Vorschriften der Länder zur Winterzeit einzuhalten. Noch zwei Tage bis zur Rallye, mitten im Dezember. Die dicken langen Unterhosen und die Thermopflaster sind eingepackt, die Winterpneus montiert, das Hanfseil im Kofferraum parat. Das Auto kann auf den Trailer verladen werden. Und dann das: Kein Flöckchen Schnee zu sehen – weder auf der Straße noch am Himmel. Die Wetterfee sagt Temperaturen bis 15 Grad voraus und der Haselnussstrauch blüht wie zu besten Frühlingszeiten. Die letzte Testfahrt findet statt im Shirt und mit Sonnenbrille – mitten im Winter. Kolumnist Christoph Karle (47), ist über zwei Jahrzehnte oldtimerbegeistert und selbst Besitzer von Klassikern. Lange Jahre war er Vorsitzender des MSC-Sernatingen und Hauptverantwortlicher des „Haldenhof Bergrennens“. Für den Bundestag Berlin sitzt er im „Parlamentskreis Automobiles Kulturgut“. Zudem ist er als Kurator Automobile für die Fahrzeug-Ausstellungen im MAC – Museum Art & Cars in Singen verantwortlich. DIE PROTEGÉS DES GRAFEN D – Friedrichshafen | ak. Karl Maybach und Claude Dornier sind nicht nur zwei der bedeutendsten Technikpioniere des 20. Jahrhunderts, sie haben auch beide für die Zeppelin-Luftschiffbau GmbH gearbeitet. Die Sonderausstellung „Zeppelins Erben – Maybach- Limousinen unter Dornier-Flugzeugen“ im Dornier Museum verbindet deren Schaffen. Der Einfluss von Graf Zeppelin und seiner Luftschiffbau GmbH auf beide Ingenieure war enorm. Claude Dornier begann als Chef der Zeppelin-Versuchsabteilung „Do“ seine Konstrukteurs-Karriere und Karl Maybach baute für Zeppelin Motoren, bevor er sich als Hersteller von Luxuslimousinen einen Namen machte. Die kleine, aber feine Sonderausstellung im Dornier Museum schlägt einen Bogen von der Zeit, als Friedrichshafen das Zentrum der Luftfahrt war, zur Gegenwart, in der die Nachfolgeunternehmen Dorniers und Maybachs bis heute erfolgreich sind. Umgeben von zahlreichen Flugzeugexponaten werden sechs einzigartige Maybach-Limousinen sowie historische Dokumente und Gegenstände ausgestellt, darunter auch das Direktionsfahrzeug von Maybach, ein SW 42 aus dem Jahr 1937. bis 10.02., 10-17 Uhr Dornier Museum, Claude-Dornier-Platz 1, D-88046 Friedrichshafen | +49 (0)7541 487 36 00 www.dorniermuseum.de FOTOS: MTU FRIEDRICHSHAFEN GMBH DAS MAGAZIN VOM BODENSEE BIS OBERSCHWABEN


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