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33 SEECLASSICS CARLE – DIE MONATLICHE OLDTIMER-KOLUMNE OLDTIMEREI Ständig wird von „der Oldtimerei“ gesprochen und geschrieben. Hier in der Rubrik seeclassic, am Oldtimerstammtisch, vor, bei und nach Treffen und Ausfahrten. Wie aber ist „die Oldtimerei“ eigentlich definiert? Klar, ein mindestens 30 Jahre altes motorbetriebenes Gefährt steht im Mittelpunkt. Erscheinungsbild und technische Ausstattung müssen ausreichend authentisch sein. Das Fahrzeug ist also definiert, das Drumherum bleibt jedoch jedem offen. Es gibt Liebhaber, die sammeln sehr gerne – Zeitschriften, Originalprospekte, Autos, Motorräder oder auch nur spezielle Teile. Extra angefertigte Schubladen für die alten Plakate vom Nürburgring. Besonders verschraubte Regale auf denen hunderte verschiedene Vergaser nach Alter und Funktion ordentlich sortiert abgestellt sind. Andere kümmern sich „nur“ um ein einziges Objekt. Sie fahnden geradezu nach dem geeigneten Restaurationsobjekt, kaufen es und bringen es in die heimische Garage. Sie schrauben jede noch so kleine Verbindung auseinander, um anschließend einen Oldtimer zusammenzubauen unter der Rubrik „Besser als neu“. Wieder andere Spezies organisieren lieber. Rallyes, Ausfahrten, Treffen oder einfach nur die nächste spontane Sonntagsausfahrt. Die meisten Oldtimerfahrer vereinen in ihrem Hobby aber wie so oft „von allem ein wenig“. Der durchschnittlich „Oldtimeristi“ erwirbt das Objekt seiner Begierde, fährt es und wenn es etwas zum Reparieren gibt, kümmert er sich darum. Schönheitsarbeiten finden je nach Bedarf statt. Die Jahreszeit spielt natürlich eine nicht unerheblich Rolle. Wenn, wie jetzt gerade, der Frühling langsam aber sicher den Kampf gegen den Winter gewinnt, will man nicht mehr nur lesen über das Hobby oder am blechernen Liebling schrauben. Dann steht in der „Oldtimerei“ endlich wieder eines im Mittelpunkt: das Fahren. Kolumnist Christoph Karle (47), ist über zwei Jahrzehnte oldtimerbegeistert und selbst Besitzer von Klassikern. Lange Jahre war er Vorsitzender des MSC-Sernatingen und Hauptverantwortlicher des “Haldenhof Bergrennens”. Für den Bundestag Berlin sitzt er im “Parlamentskreis Automobiles Kulturgut”. Zudem ist er als Kurator Automobile für die Fahrzeug-Ausstellungen im MAC – Museum Art & Cars in Singen verantwortlich. DAMPF ABLASSEN! D/CH – Lindau/Rorschach | ak. Zum 25. Jahrestag der Wiederinstandsetzung des Schaufelraddampfers „Hohentwiel“ wird es am 16. Mai Jubiläumsfahrten zwischen Lindau und Rorschach geben. Das Besondere: Ein Teil der Strecke wird mit dem Dampfschiff zurückgelegt, der andere mit der Dampflok. Ein Fest für Dampfnostalgiker! Die Geschichte des königlichen Dampfschiffs aus dem Jahr 1913 verlief nicht immer positiv. Diente es in seinen ersten Jahren noch dem König von Württemberg für Veranstaltungen, so schien die „Hohentwiel“ nach dem Krieg das Schicksal eines langsamen Zerfalls zu treffen. Glücklicherweise erwarb der Verein Internationales Bodensee- Schifffahrtsmuseum e.V. das renovierungsbedürftige Schiff und ließ es nach sechsjähriger, mühseliger Restaurierung wieder in seinem alten Glanz erscheinen. Seit seiner zweiten Jungfernfahrt am 17. Mai 1990 ist nun ein Vierteljahrhundert vergangen. Grund also, dieses Jubiläum mit einer ganz besonderen Dampf-Kombination zu feiern. Unter dem Motto „Dampf am See“ wird die „Hohentwiel“ zwischen Rorschach und Lindau (und umgekehrt) unterwegs sein. Am jeweiligen Zielhafen angekommen, wird die Rückreise in einer historischen Zugkomposition, angeführt von der Dampflok 01 202, angetreten. Es werden zwei Kombifahrten je vormittags und nachmittags angeboten. 16.05. | ab Rorschach: www.arbon-classics.ch, www.zrt.ch ab Lindau: www.lindaupark.de DAS MAGAZIN VOM BODENSEE BIS OBERSCHWABEN


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